Venedig – oder Liebe auf den ersten Blick

02. Dezember 2018

Es war meine erste Reise in die Lagunen-Stadt und ich hätte es kaum für möglich gehalten, wie viel man in so kurzer Zeit – es waren tatsächlich nur 4 Stunden bevor es für mich weiter ins Falkensteiner Hotel & Spa Jesolo ging – von dieser umwerfenden Stadt sehen kann. Doch Venedig hat es geschafft mich zu verzaubern und ja, ich bin ein wenig verliebt. Doch dazu später mehr.

Meine Reise begann nach einem kurzen Anflug von nur 50 Minuten ab Wien im sonnigen, aber wie angekündigt kalten Venedig. 12°C bei Sonnenschein, so begrüßte mich das winterliche Italien. Am Marco Polo Flughafen angekommen stellt sich die Frage, wie man am schnellsten in die Stadt kommt. Ich entschied mich für die abenteuerliche Variante und bestieg ein Wasser-Taxi, das mich in etwas mehr als 1 Stunde direkt an den Markusplatz bringen würde. Ich empfehle diese Fahrt jedoch nur für diejenigen, die nicht anfällig für Seekrankheit sind, denn auf unserer Fahrt wurden wir ordentlich durchgeschaukelt. 

Doch dann sah ich sie näher kommen, die Lagunen-Stadt Venedig. Ich erkannte die Türme, die Silhouette der Stadt und ja, ich gebe zu, es war Liebe auf den ersten Blick. Venedig empfing mich unter strahlend blauem Himmel, die Sonne schien mir ins Gesicht und ließ das Wasser in und rund um die Stadt in sattem Türkis erstrahlen. Es war also wie ihr sehen könnt, recht schnell um mich geschehen. Ich beschloss mich einfach treiben zu lassen, ganz ohne Stress, und ließ einfach das Geschehen der Stadt auf mich wirken. Ich drehte also meinen Runden am berühmten Markusplatz, auf dem sich neben zahlreichen Menschen mindestens ebenso viele Tauben und Möwen tummelten. 

Doch ich wollte mehr, am liebsten hoch hinaus – da lag also der Besuch des Campanile, dem Glockenturm mitten am Markusplatz nahe. Für € 8 fährt man mit dem Aufzug ganz hinauf und genießt aus 99 Metern Höhe einen fantastischen Rundum-Blick auf Venedig. Mein Besuch dauerte jedoch nicht allzu lang, da trotz Sonnenschein der kalte Wind einen längeren Aufenthalt nicht besonders attraktiv machte. 

Wieder am Boden bestaunte ich ausgiebig den Markusdom und den Dogenpalast, den ich mir aufgrund der eingeschränkten Zeit diesmal nicht von Innen ansah und konnte anschließend auch einen Blick auf die berühmte „Seufzerbrücke“ (ital. Ponte die Sospori) werfen, die ihren Namen der Tatsache verdankt, dass früher Gefangene auf dem Weg zur Haft oder zur Exekution diese Brücke überqueren mussten und hier ein letztes Mal den Himmel erblickten. 

Inzwischen war es früher Nachmittag und Hunger machte sich breit. Das Angebot am und rund um den Markusplatz ist groß, doch ich wollte ganz bewusst etwas abseits des Treibens die Kulinarik der Stadt entdecken und machte mich auf den gut ausgeschilderten Weg zur Rialtobrücke. Ich schlängelte mich durch die verwinkelten, winzigen Gassen, die mit allerlei versteckten kleinen Cafés, Restaurants, Boutiquen und Geschäften aufwarteten. 

Die Rialtobrücke konnte ich im ersten Moment nicht entdecken, doch anhand einer riesigen Traube an Menschen, erahnte ich, dass ich mein Ziel wohl erreicht hatte. Oben angekommen ließ ich meinen Blick über den Canal Grande schweifen, der sich wie eine Lebensader durch Venedig zieht. Mehrere Gondoliere bahnten sich ihren Weg unter der Rialtobrücke hindurch – eine Gondelfahrt steht schon jetzt auf meiner To-Do-Liste für den nächsten Venedig-Aufenthalt. Doch jetzt erstmal zurück zum Essen. Gleich neben der Brücke entdeckte ich eine kleine Pizzeria. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen und ganz im Stil wie Julia Roberts im Film „Eat. Pray. Love“ ließ ich mir Spaghetti Bolognese und ein Stück Tiramisu genüsslich, voller Freude und mit Schmetterlingen im Bauch auf der Zunge zergehen. Das mit mir und Venedig schien etwas Ernstes zu werden. 

Um einige Euro ärmer – aber was tut man nicht alles, wenn man verliebt ist – und um ein paar Souvenirs (inklusive Schmuck aus dem für die Region bekanntem Murano Glas) reicher, machte ich mich auf den Rückweg zum Markusplatz, wo ich noch einmal die gesammelten Eindrücke auf mich wirken ließ. 

Es war inzwischen 16 Uhr, es waren erst vier Stunden seit meiner Ankunft vergangen und doch stellte sich dieses wunderbare, zufriedene Gefühl ein, das man nur im Urlaub bekommt, wenn man eine ganz neue Welt für sich entdeckt hat. In der Abendsonne spazierte ich am Hafen entlang zur Fähre, die mich nach Punta Sabbioni bringen (von wo aus es nur mehr eine 20-minütige Autofahrt ins Falkensteiner Hotel & Spa Jesolo war) und meine kurze, aber dafür intensive „Romanze“ mit Venedig vorerst beenden würde. Doch eines weiß ich ganz bestimmt, Venedig hat mit italienischem Charme, hervorragender Kulinarik und dem reichen Angebot an Kultur, Kunst und Historie mein Herz erobert, so dass dies ganz sicher nicht mein letzter Besuch der Lagunen-Stadt am Canal Grande war….
 

Kleiner Insider-Tipp: Für einen Kurztrip nach Venedig empfehle ich den „Top 10“ Reiseführer von Dorling Kindersley mit sehr gutem Stadtplan, mehreren Stadtviertelplänen und anschaulichen Bildern und Skizzen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

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